KOLUMNE
Frauen in Top Etagen
Sind sie fällig für die nächste Beförderung, reif für eine berufliche Veränderung oder Anwärterin für die Top-Etage? Dann wird es höchste Zeit, dass Sie auch so aussehen. So wie edle Geschenke eine entsprechende Verpackung brauchen, verlangt die erste Liga des professionellen Wirkens nach der richtigen Kleidung. Mit dem schwarzen Anzug, von dem Sie mindestens fünf im Schrank haben, kommen Sie nämlich nicht mehr weit. „Richtig“ bedeutet in dem Zusammenhang, dass alles, was Sie tragen, Klasse ausstrahlen, Sie als Persönlichkeit in Szene setzen und vor einer imaginären Kamera bestehen sollte. Ihr schwarzer Anzug ist dafür einfach zu ausdruckslos. Woran also erkennt man sie, die Alphatiere im Business? Am Dienstwagen?
Das wäre zu einfach. Auch ein großes Büro mit schwerledernen Sesseln, Vorzimmerdame (…pardon: -herrn), Blick auf die Metropole aus der x-ten Etage oder der Ruf, der Ihnen voraus eilt, helfen Ihnen wenig, wenn Sie vor dem kritischen Publikum der Neuzeit bestehen wollen. Die Haute Couture des Geschäftslebens erkennt man an der Qualität der Erscheinung. Die fängt bei den Verarbeitungsdetails an und hört bei einer angenehmen, gebildeten Stimme auf. Dazwischen liegen noch: Exzellente Passform, ein Körper, der nicht vernachlässigt wird, geschmackvolle Stoffe, moderne Schnittdetails, stilsichere Accessoires, eine dem Business angemessene und typgerechte Farbwahl und ein Stil, der – je nach Branche – formell genug ist.
Viele Frauen aber, die von der Qualifikation her längst für CEO-Posten taugen, machen sich optisch zu Sekretärinnen, weil sie die männlichen Insignien der Macht wahlweise der Mode oder ihrer geschäftigen Unlust auf Stilfragen opfern. Während die eine also absolut trendy wie Anne Hathaway im Kinoerfolg „Der Teufel trägt Prada“ (USA 2006) in Bleistiftrock, High Heels, Strick und Perlenkette im Büro erscheint, orientiert sich die andere eher an politischen Vorbildern und interessiert sich vorsichtshalber gar nicht für Äußerlichkeiten. Dafür hat sie nun wirklich keine Zeit …
Die Sache ist nur: Die modeverliebte Figur der Anne Hathaway war Assistentin – und nicht Chefin. Die nämlich, eine herrlich ironische Meryl Streep, trug im Film eher Maßkostüme und eine stets perfekte, elegante Frisur.
Für den Typ „es zählen doch die inneren Werte“ ist die Erkenntnis wichtig, dass es hier um Sympathie oder Antipathie geht – in wenigen Sekunden. Zu wenig für die inneren Werte … Alfred Hitchcock sagte einmal: „Du sollst Deine Zuschauer nicht langweilen.“ Das sollte sich diese Karrierefrau besonders an die Fahne schreiben.
Je Blazer desto Chef. So simpel kann eine Formel für die Top-Etage lauten. Wenn Sie also nicht gerade Bürotag ohne Außentermine haben, gehört ein Blazer einfach dazu – für mehr Akzeptanz und nicht zuletzt für Ihr eigenes Selbstbewusstsein. In Sakko oder Blazer bewegt man sich einfach anders als im Strickjäckchen. Der Blazer darf bequem, weil aus elastischem Gewebe sein, ¾ Ärmel haben oder ein ungewöhnliches, modisches Material – er sollte aber der Schulter Linie geben, möglichst einen (Revers-) Kragen haben und durch Knöpfe (Achtung Qualität!), Riegel oder Reißverschluss (sportlich!) schließbar sein. Das macht ihn zum Blazer, der ursprünglich eine Clubjacke der Herrenkonfektion war.
Es lohnt sich, ein paar schicke Einzelstücke zu besitzen, die nicht Teil eines Kostüms oder Anzugs sind. Die tragen Sie dann auch mal mit dunkler Jeans und Stiefeln am Casual Friday. Wer in Top-Etagen ankommen möchte, sollte sich also genug Zeit für die Inszenierung der eigenen Person nehmen. Einen Promi-Look aus einem Magazin nachzustylen kostet wenig Zeit – das allein sollte Sie schon misstrauisch machen. In Ihrer Karriere geht es um Stil, nicht um Mode.
Neben den klassischen Statussymbolen wie Auto, Füller, Büro und natürlich unserem Blazer! funktionieren auch diese Formeln erfolgreicher Kleidung:
Das ist der Stoff, aus dem Cheffinnen gewebt sind.
Ihre Katharina Starlay
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